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Danke

 

[ ausnahmsweise: dasselbe wie bei instagram ]

... bei Zeitmangel: runter zu * * * 

 


Okay. Das hier wird eine Art Post, wie er eigentlich nicht vorgesehen war.

- Ursprünglich wollte ich 1. das Lied soweit für sich sprechen bzw. schweigen lassen und nicht noch groß was beifügen, und 2. auch überhaupt nicht (so) zur Sprache kommen lassen, was nun zur Sprache kommt. Aber - nach ein paar Mal Zögern hab ich gerade doch die viral gegangenen und euch wahrscheinlich bekannten, bereits hinreichend diskutierten 15 Minuten 'Männerwelten' geguckt und bin jetzt überfordert.

Das Lied entstand nämlich erst kurz vorher, und es ist tatsächlich irgendwie ziemlich wichtig für mich; nach Sehen der Sendung erwirkt es allerdings ein sehr . maues Gefühl.

Was es bis vorhin für mich bedeutet hat: das Finale einer weiteren, sehr wertvollen Etappe erkämpften Rückkehrens ins Leben; das Umkehren eines irgendwie noch immer bestehenden Macht/Angst- (oder Aufheben eines Täter/Opfer-) Gefüges; das Mich-Ent-Identifizieren mit entsprechenden, biografiebedingt eingenommenen Rollen zugunsten eines befreiten Selbstverständnisses und Lebenkönnens [unabhängig von Viele Jahre Krank nach gut einem des Fremdgesteuertseins, als Sahnehaube auf vorher seit Kurzvorteen-Age daraufhin Vorbereitetwerdens].

Und jetzt ... wirkt das Lied - allem voran die vielen titelgebenden Zeilen und generell sein Tonfall - wieder so unfassbar makaber auf mich. Weil aber gleichzeitig der Moment, den ich darin beschreibe, derart für emotionale Befreiung sorgte, möchte ich es auch nicht in die Tonne treten, nicht teilen, unthematisiert lassen. 


- Also, was ich sagen will.

* * * *

1. Dieses Lied funktioniert nur aus der (meiner) Retrospektive; mit genügend Abstand in Raum und Zeit, so weit genesen. Niemals wäre dieses Sprechen darüber, dieses Blicken darauf in oder näher an Allem und Damals möglich oder angemessen (gewesen).

2. Das "Danke"* relativiert keinen Millimeter weit, was passierte, und soll bitte . nicht . als tatsächlich für Geschehnisse selbst dankbare, sie hinnehmende Haltung verstanden werden, und noch weniger als grundsätzliche Einstellung gegenüber irgendwie Vergleichbarem. *(u.a., z.B. die "Strg Z"-Zeile)

 

3. Im Grunde sind dieses Wort; der Gedanke und das Bedürfnis dahinter das Gegenteil : ein Sich Endlich Erhöhen; ein Ausbrechen Aus Ewiger, Anhaltender Erniedrigung. Ein: Wenn Ich Danke Sage, Bin Ich Wieder Erhobenen Hauptes und »» Souverän .

... und ich bin ja wirklich auch dankbar für die Entwicklung, die über Krisen, Kliniken usw geschah, und für das Ich, das aus allem resultiert. - Der Dank richtet sich also eher an den langen Prozess des Wiederlebenlernens und Gesundens, der auf die so umschriebene "Hölle" folgte, als an die diese verantwortende Person. (was letztere betrifft: einen Menschen wieder als - halt sehr kranken - Menschen betrachten zu können statt als Monster empfinden zu müssen, kann auch irgendwo etwas Klärendes, Befreiendes mit sich bringen.)

Und: Nachdem es schon so dermaßen viel Zeit und Kraft (ganz zu schweigen von Gesundheit, Freundschaften, Ausbildung, Geld, ...) beansprucht und gekostet hat, brauchte etwas in mir einfach dringend einen Strich und ein: Ich Verschwende Mich Nicht Weiter An Diese Vergangenheit Und Versuche, Mich Daraus Zu Lösen. Und das geschah mir eben in dieser Nacht (ein gewiss ca. tausendstes, aber einschneidenderes Mal) und nahm dem Fluch ganz viel von seiner restlichen Macht über mein (Innen- und Außen-) Leben. Ob man es Verzeihen nennen kann, darf, möchte - Keine Ahnung.

 

- An diesen Punkt bin ich nur gelangt, weil beste Arbeit an besten Orten von besten Menschen geleistet wurde (parallel zur ohnehin unaufhörlichen inneren); weil unser Sozialstaat, wenn nichts mehr geht, jahrelange Krankschreibung und Behandlung ermöglicht; weil sich im Verlauf meine Familie fand; und weil irgendwo in mir ein Wunder ist. (Eine Therapeutin sagte: "Das gibt es nicht. Menschen befreien sich nie ganz allein aus so etwas. Eigentlich gibt es Sie nicht.")

 

 

 

MÄDCHEN, FRAUEN, MENSCHEN DIESER WELT - »» Ich kann für niemand anderen sprechen [oder singen]. Jedenfalls nicht mit diesem Lied. ... das aber war vonnöten, damit ich überhaupt wieder frei sein, Lieder singen und mich dann auch irgendwann auf irgendeine noch zu findende Weise für Betroffene°, die Eindämmung und Vorbeugung wie auch immer gearteter Missbrauchsverhältnisse einsetzen und engagieren kann.

Mein Herz ist bei all jenen°.
Bitte seid wachsam.
Danke fürs Lesen.

PS: Einige - an sich essentielle - Aspekte wurden zum Schutz bewusst ausgeklammert. Falls ihr euch wundert oder Dinge fragt. Fragt sonst bei Bedarf gerne auch nach.
PPS: Ich kann null einschätzen, ob so eine Art Lied irgendjemand anderem außer mir irgendetwas bringt und geben kann. »» Wer es bis hierher geschafft hat, darf also sehr gerne Rückmeldung darüber geben, ob sinnvoll und gut oder aber so was in Zukunft ggf. einfach lassen ?