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aus der Asche

Dank fürs Foto an Martina Mammen
Dank fürs Foto an Martina Mammen

ein Lied über die Annäherung mit einem neuen

Tag, über die dem Morgen ganz eigene Magie,

Selbstermächtigung und -verantwortlichkeit.

 

 

zögerlich und unbeholfen wurde es Frühling.

Joachim Meyerhoff

  

Tage kommen, Tage gehen. die, die wir ohne Bedauern verabschieden, und die, die gehen zu lassen uns am Abend schwerer fällt. es gibt Tage, die können trösten. und es gibt solche, die überhaupt erst dafür sorgen, dass wir dieses Trostes bedürfen an denen, die auf sie folgen.

 

auch mit Tagen müssen wir uns anfreunden. und sich ihnen = dem Neuen, dem Unein- und Unvorhersehbaren zu öffnen und anzuvertrauen, ist genau wie bei Menschen nicht das Einfachste der Welt. nur bleibt in diesem Zusammenhang gar nicht viel anderes übrig, als sich ihnen hin- und in ihre Hände hineinzubegeben: sie erhalten Einzug in die Zeit, ob man nun will oder nicht, und nehmen einen ungefragt mit.

 

 

when a newness fills the air.

Wallis Bird

 

aus der Asche“ beschreibt nun den Beginn eines Tages, der beschwerlichere Vorgänger ablöst; der erste Tag Sonne nach langanhaltender Dunkelheit, der erste Tag Stille nach endlosem Lärm. es beschreibt die ersten Schritte aufeinander zu, die ersten Millimeter des Sich-Einander-Öffnens. ja, manchmal könnt ihr nicht gleich so viel miteinander anfangen, der neue Tag und du. es fällt dir noch schwer, der Sonne, der Stille zu trauen.

 

aber: du bist nicht mehr allein. du hast da einen Partner in Crime. da ist etwas, das dich an die Hand nehmen möchte, dir neue Kraft und Mut verleiht. das dir zu Souveränität verhelfen und mit dir wieder aufstehen will.

 

und dieser Tag wird kommen. hinter dir Vergangenheit. am Horizont das Irgendwann. und dazwischen – Heute.

 

 

ich stehe wie ein Kind vor diesem Tag.

Sinja, eine Freundin  <3

 

 

 

ich weiß nicht, ob es vielleicht auch mit „der kleine Tag“* zusammenhängt, dass ich gerne über Tage als etwas sehr Wesen-tliches denke. mir behagt jedenfalls die Vorstellung, dass sie (oder manche unter ihnen) auf irgendeine Weise Mit-Beobachter, Gesprächs- und Kooperationspartner sein können und die ganze Formbar- und -bedürftigkeit des Lebens nicht an uns alleine hängenbleiben muss. *ein 

Rolf Zuckowski-Musical, das unsere Kindheit ziemlich prägte. unser großer Bruder hat ihn (war es der 23. April!?) bis heute im Kalender stehen... :)

es hat gebrannt da, wo du warst / du warst gefangen und allein / da wandert jemand auf dem Grat / und balanciert auf einem Bein // er sagt: „ich bin es, bald bin ich da / ich bin kurz vor hier / ich habe deine DNA gelesen“ / er sagt: „forget the fear / du bist dir schon passiert / komm, wir gehen raus und mit der Sonne auf“ // aus der Asche steht am Morgen auf und streckt sich ein neuer Tag / ein neuer Tag beginnt / all die Farbe war verborgen / „– aber jetzt nicht mehr“, sagt er / „wir malen uns an, mein Kind.“ // der neue Tag und du / ihr seid euch noch nicht allzu sehr vertraut / wollt noch kurz Fremde bleiben / aber seine Stimme durchschlägt deinen Panzer / sie trägt dich auf Wellen / und du willst doch verweilen // du hast dich auf der Reise zum Mittelpunkt der Welt in der Vergangenheit verrannt / und alles, was du kanntest, alles, was du wusstest, ist mit ihr verbrannt / so irrst du umher / du weißt nichts mehr / wirst vom Nichts getrieben / da hörst du ihn sagen: „wir holen aus den Trümmern raus, was du brauchst / den Rest lassen wir los und liegen“ // er zieht sich durch die Zeit, zieht dich / du bist ja niemals bereit // aus der Asche steht am Morgen auf und streckt sich ein neuer Tag / der wagt, sich umzusehen / ja, all die Farbe war verborgen / „– aber jetzt nicht mehr“, sagt er / „wir malen uns an … / wir malen uns … / wir malen uns aus / wie … die Erde dreht sich zu schnell? / – ich halt sie fest für dich“ // aus der Asche stehen am Morgen auf und sehen sich an / zwei, die wagen, sich ihrer anzunehmen

 

Text, Musik & Produktion:

friedo | friederike dreessen

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Kommentare: 1
  • #1

    Henny (Sonntag, 05 April 2020 22:00)

    Liebe Friederike, danke für den zweiten Songtag, der mit deinen schönen Worten und deiner Stimme ausklingt! Im Moment scheinen ganze Tage und Wochen vermeintlich ineinander zu verschwimmen, und doch hat gerade in dieser Zeit auch jeder Morgen wieder das Potential, alles zu verändern. Ein tröstender Gedanke! Liebe Grüße :-)